Sonntag, 3. Dezember 2006

Der griechische Wettergott

Wenn man sich fuer einen laengeren Aufenthalt im Sueden Europas entscheidet, ist die Vorfreude auf Eines besonders gross – das Wetter! Sommer, Sonne, Strand und Meer, vielfach besungen, wer mag das nicht? Fuer Viele die eigentliche Motivation. Diese Gedanken schwirrten selbstverstaendlich bei der Reiseplanung auch in meinem Kopf herum. Da ich jedoch eine „ernsthafte Mission“ verfolgen wollte, schien es mir ratsam, die potenziell ablenkenden Einfluesse zu minimieren. Ich entschied mich daher fuer den Zeitraum von Oktober bis Mai (Die punktgenaue zeitliche Uebereinstimmung des Kursangebots hiesiger Spracheinrichtungen ist eher zufaellig!).

Doch nun zu den Fakten. Bis dato, also die Monate Oktober und November, geschaetze 85% Sonnenscheindauer (selbstverstaendlich um Abend- und Nachtstunden bereinigt). Es laesst sich also aushalten. Letzter Badetag im Meer war der 30. Oktober. Es war aber kein Warmbadetag!

Bilder „Viele Dinge sind anders – zum Glueck auch das Wetter!“

Es geht aber auch anders. So war vor allem die Terminierung einer relativ spontanen Rundreise im Grossraum Makedonien etwas ungluecklich! Es war der Tag an dem in weiten Teilen des Landes Katastrophenalarm, wegen sintflutartiger Regenfaelle, ausgerufen wurde. Bad Luck! Besonders unangenehm war jedoch die Tatsache, dass ausgerechnet an diesem Tage, bei dieser Ausfahrt die Scheibenwischermechanik meines etwas betagten treuen Weggefaehrten ihre Funktionsfaehigkeit einstellte. Und zwar puenktlich zur Daemmerung! Wer schon einmal auf abgelegenen griechischen Landstrassen unterwegs war, kann erahnen was dies fuer Konsequenzen mit sich bringen musste. Begriffe wie „Strassenbeleuchtung“, „Fahrbahnbelag“ oder gar „Fahrbahnmarkierung“ sind im „wahren“ Griechenland wenig bekannt. Der zweite Teil des Ausflugs war demzufolge vor allem darauf ausgerichtet, lebend daheim anzukommen. Was am Ende haengen bleiben wird, ist die Entzueckung, die mir widerfuhr, als mir Fahrzeuge mit ausgezeichnet funktionierender Beleuchtungseinrichtung, entgegenkamen. Ein erster Vorgeschmack auf die Weihnachtszeit…

Bild „Open-Air Konzert und Weihnachtsmarkt – der Breitengrad machts moeglich!“

Mittwoch, 15. November 2006

Das "wahre" Griechenland

Will man das wahre Griechenland kennenlernen, so sollte man aufs Land fahren. So oder so aehnlich schreibts der Reisefuehrer. Da kann ich im Prinzip nur zustimmen. Allerdings lassen Fragen nach der Wahrheit haeufig Interpretationsspielraeume zu. Die Frage, die ich mir an dieser Stelle stelle, lautet (klingt irgendwie komisch ist aber grundsaetzlich richtig/wahr!): Rechnet man jetzt einwohner- oder flaechenmaessig? Ich mein ja nur! Einwohnermaessig stellen ja schon alleine die beiden Grossraeume Athen und Thessaloniki die Mehrheit und somit moeglicherweise das wahre Griechenland. Flaechenmaessig dominieren hingegen eindeutig die laendlichen Regionen, wie uebrigens in den meissten Staaten die mir bekannt sind (Ausnahme Vatikan!). Ist nun also doch eher das laendliche Griechenland das wahre? Nun, man weiss es nicht.

Bilder „Der Dorfler haelt sein Refugium deutlich sauberer als der Staedter, obwohl es spezifisch gesehen erheblich groesser ist!“


Wie dem auch sei. Ich bin gerne im laendlichen Griechenland. Besonders gern und oft bin ich in dem Heimatdorf meines Vaters, mit dem klingenden Namen „Rodolivos“. An dieser Stelle moechte ich, nicht ohne Stolz, darauf hinweisen, dass auch ich im hiesigen Rathaus als Einwohner, in einem Buch mir unbekannten gleichwohl aber gigantischen Formats, registriert bin. Das Dorf befindet sich am Fusse des beruehmten Pangeon-Gebirgzuges (knapp 2000 m ü NN) aus dessen Erzminen die Rohstoffe für die ersten griechischen Muenzen einige hundert Jahre vor Christus stammten. Was mir immer sehr gut gefiel ist die Vorstellung, dass dieses Gebiet als Heimat des „Party-Gottes“ Dionysos gilt. Empirische Untersuchungen meinerseits im fruehen Erwachsenenalter, ueber die uebrigens noch heute im Dorf gesprochen wird, haben durchaus Korrelationen zwischen den Praeferenzen des Gebietsgottes und der einheimischen Bevoelkerung ergeben. Dies koennte durchaus als Indiz fuer die Richtigkeit der geographischen Zuordnung gewertet werden.

Bild „Dionysos – der mir von Anfang an sympatische Dorf-Pate“


Bild „Einheimische bei der Empirie!“


Bild „An Sitten und Gebraeuche gewoehnt man sich schneller als man glaubt!“


Bild „Letzter verbliebener Dorfesel, von ein paar Exemplaren der menschlichen Spezies abgesehen.“

Zudem bietet das Umland einige Attraktionen, die es zu besichtigen lohnt. Zu nennen ist insbesondere die Ausgrabungsstaette Philippi (4. Jh. vor Chr.). Der Ort der ersten christlichen Taufe auf europaeischem Boden. Durchaus sehr sehenswert und ueberdies zugleich ein sehr authentisches Zeugnis des alten und neuen Griechenlands. Die Schnellstrasse geht naemlich mitten durch die Ausgrabungsstaette! Aber keine Sorge – der Besucher wird durch Maschendrahtzaeune vor den Gefahren des Strassenverkehrs geschuetzt!


Bilder „Alte Steine – jede Menge“

Weiter Richtung Kueste findet man die sehr schoene, wie ein Amphitheater gelegene Hafenstadt Kavala, am Fusse des Simvolon-Gebirges. Viel Geschichte (6. Jh. vor Chr.), byzantinische Festung, Aquaedukt, verwinkelte Altstadtgassen und schoene Hafenpromenade. Alles was der Kulturreisende sucht. Als weiterfuehrende Literatur sei an dieser Stelle auf die Apostelgeschichte (16, 9-12), erschienen in: „Die Bibel“ (Erscheinungsjahr konnte bis Redaktionsschluss nicht ermittelt werden) verwiesen.

Bilder „Kavala - Die Schoene"

Samstag, 11. November 2006

Halkidiki und die Kunst des Golfspiels

Das schoene an Thessaloniki ist, wie an vielen anderen Staedten uebrigens auch, dass man am Wochenende auch mal rausfahren kann! Hier bietet sich besonders die Halbinsel Halkidiki als Ausflugsziel an.

Bilder „Heilige Berge und weiteres inspirierendes Ambiente.“

Nicht nur weil man hier im Sommer ein traumhaftes und noch immer teilweise wenig erkundetes Erholungsgebiet mit tollen Wandermoeglichkeiten und einsamen Straenden vorfindet. Das Besondere an Halkidiki ist, dass sich ausgerechnet hier, dieser – nach meinen Recherchen – eine von fuenf in Griechenland angelegten Golfplaetze befindet. Nun spiele ich zwar im Grunde genommen gar kein Golf, abgesehen von ein paar Schlaguebungen auf verwaisten Berliner Stadtflaechen. Dennoch erscheint mir dieser Umstand einer besonderen Erwaehnung wuerdig. Schon alleine deswegen, um den beiden in der Danksagung erwaehnten "Bloedmaennern" einen Passus zu widmen, auch wenn ihr Verdienst zweifelhaft erscheint. Es bleibt abzuwarten, ob dies durch eine entsprechende Kommentierung gewuerdigt werden wird!


Bild „Golfspielkunst an der frischen Seeluft – ob die Kasse hier ne Kur genehmigt? Muesste man mal nachfragen, man hoert ja die dollsten Sachen.“


Bild „Komische Voegel gibt’s nicht nur in Berlin!“

Dienstag, 31. Oktober 2006

Das griechische System - Teil 2

UMZUG AUF GRIECHISCH

Teil 2 der Reihe ist dem Thema Umzug gewidmet. Hier hatte ich vergleichsweise wenig Probleme erwartet, mich aber hinsichtlich der Wohnqualitaet auf Abstriche im Vergleich zum gewohnten Standard eingestellt. Mit letzterem sollte ich rechtbehalten!

Ich hatte das Glueck, bereits vor meiner Ankunft, meiner Verwandtschaft sei dank, ueber zwei Wohnoptionen zu verfuegen. Eine befand sich etwa 60 km ausserhalb der Stadt. Attraktiv mit Meerblick in unmittelbarer Strandnaehe gelegen. Auf den ersten Blick sehr interessant. Bei genauerem Hinsehen jedoch keine wirkliche Option, da 1) Fahrerei ohne Ende, 2) Nest im Winter ausgestorben und Strand nicht nutzbar, zudem 3) im Winter etwas kuehl ohne Heizung. Leider verloren, mindestens 2:3!

Zweite Option: Ein etwa 25 qm grosser Bueroraum in einem Buerohaus. Vorteile: 1) Zentrale Lage, 2) entgeltfrei zu beziehen und 3) garantiert keine Probleme mit den Nachbarn am Wochenende! Nachteile: 1) keine Kueche, 2) kein/e Bad/Dusche, 3) Toilette auf dem Flur. Das zahlenmaessige Unentschieden zwang zu einem Ortstermin. Unmittelbar im Anschluss an diesen, entschied ich mich dafuer eine Wohnung bzw. ein WG-Zimmer zu mieten.

Die Wohnugssuche sollte meinerseits zwei Anforderungen genuegen. Sie sollte mit moeglichst geringem Aufwand verbunden sein und es sollte sich moeglichst schnell Erfolg einstellen. Zugegebenermassen sind dies nicht unbedingt Voraussetzungen, die das Aufspueren einzigartiger Wohnobjekte wahrscheinlich machen. Um meinen Anforderungen gerecht zu werden, sollten sie aber nicht hinderlich sein. Aufgrund der offenbar hohen Nachfrage bei vergleichsweise geringem Angebot, waren die fuer mich interessanten Objekte meist schon weg, bevor ich ueberhaupt anrief - haeh?! So blieben am Ende nur zwei uebrig. Ein tendenziell lautes, ungepflegtes aber moebliertes 12 qm WG-Zimmer im Zentrum etwa fuer den Preis einer Uebernachtung in einem Mittelklassehotel in einer europaeischen Hauptstadt. Und eine nagelneue, unmoeblierte knapp 40 qm grosse zwei-Zimmer-Wohnung etwas ausserhalb des Zentrums (Boulgari, nicht zu verwechseln mit den europaeischen Staat Bulgarien, ganz in der Naehe) fuer knapp das Doppelte. Ich entschied mich fuer die zweite Variante.

Nun muesste eigentlich die lange und hochspannende Geschichte meines Erstbezugs einer griechischen Wohnung folgen. Aus gesundheitlichen Gruenden moechte ich jedoch darauf verzichten (Akute Halsschwellungen, Pulsrasen, Starke Verfaerbungen einzelner Gesichtspartien mit Pustelbildung, etc.). Ums kurz zu machen. Nach etwa einer Woche floss der Strom. Und mit fliessend Warmwasser und Heizung ist – wie sich zwischenzeitlich ergab – auch schon in etwa 4 bis 6 Wochen zu rechnen - Hurra! Auf die Beantragung eines Telefon- und Internetanschlusses habe ich daraufhin verzichtet, da ich zunaechst eine gesicherte Grundversorgung fuer den Winter abwarten wollte. Irgendwas ist immer!

Die Photostrecke hierzu koennte gegebenenfalls als Beweismaterial in einem Gerichtsverfahren herangezogen werden. Nach Ruecksprache mit meinem juristischen Beraterstab, wird von einer vorzeitigen Veroeffentlichung vorerst Abstand genommen.

Fortsetzung folgt...

Sonntag, 29. Oktober 2006

Klassenfahrt zum Sitz der Goetter

Zu dem Schueler- bzw. Studentenleben gehoeren natuerlich auch angenehmere Dinge als das Lernen. So zum Beispiel das Thema Klassenfahrt. Gestern waren wir mit rund 50 Sprachschuelern aller Niveaus am Olymp. Wer kennt ihn nicht, den Sitz der Goetter! Dort besichtigten wir die sehr sehenswerte antike Ausgrabungsstaette Dion.

Bilder „Antikes am Berg des Zeus und seiner Bagage“

Eine lustige Reise. Vor allem die Reiseleiterin hat dazu viel beigetragen. Man vermutet, dass sie nach Anzahl der gesprochenen Worte bezahlt worden ist. Sie redete ununterbrochen! Beginnend mit der etwa einstuendigen Busfahrt weiter mit dem etwa dreistuendigen Aufenthalt im Museum und schliesslich der eineinhalbstuendigen Begehung der Ruinenstaette. Sicher hatte sie es nur gut gemeint. Die ersten Schueler waren jedoch bereits zu Beginn des Museumsbesuchs am Ende ihrer Aufnahmefaehigkeit angelangt. Nach und nach broeckelte es weiter. Am Ende ergab sich quasi intuitiv eine Art Schichtarbeit. Diejenigen, die bereits fruehzeitig in der nahegelegenen Taverne Entspannung suchten, sprangen zum Ende der Tour wieder als Statisten ein und loesten die anderen ab. Durch diese List konnte vermieden werden, dass die sehr engagierte Dame allein philosophierend durch Museum und Ruinenfeld marschierte. Die Frage die unbeantwortet blieb: Haette sie es gemerkt?


Bilder „Bewohner Dions – damals und heute“

Weitere Einzelheiten zu der oben genannten Ausgrabungsstaette entnehmen Sie bitte den handelsueblichen Reisefuehrern oder eines unserer Aufnahmestudios. In dringenden Faellen wenden Sie sich bitte direkt an die oben genannte Dame. Ein Kontakt kann ueber den „Blog-Host“ leicht hergestellt werden.