Trotz oder gerade wegen der fast unmenschlichen Strapazen, denen wir waehrend unserer Expedition ausgesetzt waren, gab es natuerlich so manche Grot- und Humoreske hinter den Kulissen. Davon, sowie vom unermuetlichen Einsatz von Mensch und Material sollen die nachfolgend unkommentiert eingestellten Momentaufnahmen zeugen... Nur fuer echte Fans geeignet!
Donnerstag, 10. Mai 2007
Ein Platz fuer Tiere - Anhang 1: Behind the scenes
Samstag, 5. Mai 2007
Ein Platz fuer Tiere - Teil 1: Entdeckungsreise
Nachdem ich nach der langen Osterpause, die uebrigens gleich in die Maifeierpause ueberging, den Sprachkurs beiseite gelegt - sprich beendet - habe, konnte ich nun endlich beginnen, dem zweiten grossen Anliegen meines Aufenthaltes nachzugehen. Dem Entdeckungsreisen! Um nun eine elegante Ueberleitung zu dem ersten ausgedehnteren Unternehmen dieser Art zu bauen, erinnern wir uns der zuletzt auf einem der Maerkte Thessalonikis gemachten Erkenntnisse, dass so manch vermeintliche Delikatesse, auf das ungeuebte Auge und natuerlich erst recht auf den ungeuebten Gaumen, eine merkwuerdig ambivalente Faszination ausuebt. Nicht zuletzt meine Reisen nach Asien und auf andere Kontinente dieser Erde, zeigten mir, dass diese Faszination nicht nur auf Meeresbewohner beschraenkt ist, sondern in aehnlicher Weise auch von Land- und vor allem Amphibientieren ausgehen kann.
Nun ist der durchschnittliche Grieche im allgemeinen wenig zimperlich mit der Auswahl der zum Verzehr geeigneten „Nicht-Humanoiden“ Kreaturen und deren Koerperteile (innere wie aeussere!). Gerade deshalb aber, wunderte ich mich ueber das verhaeltnismaessig „zivilisierte“ Marktangebot bei Nicht-Meeresbewohnern. Einmal mehr galt es, diesem Umstand auf den Grund zu gehen. Hatte der Schoepfer den Griechen etwa nur Federvieh, Schafe, Ziegen, Schweine und Kuehe geschenkt? Oder gab es vielleicht doch irgendwo im Verborgenen eine ueppige Tierwelt, die von der griechischen Kueche bisher unbehelligt blieb?!
Als einer der aeltesten noch lebenden Fans des unerreichten Professor Grzczyiyimek habe ich weder Kosten noch Muehen gescheut und die entlegendsten Winkel Griechenlands mit meiner kleinen Crew aufgesucht, um dieses Raetsel zu entschluesseln. Mein ganz besonderer Dank gebuehrt an dieser Stelle, meinem treuen Weggefaehrten Dokta Schlotta, der mir in schwierigsten Situationen stets zur Seite stand. Es gelang uns in Gegenden vorzudringen, die vor uns noch nie ein Mensch betreten hatte.
Der erste Teil der Reise sollte uns in die weitgehend unbekannte und aeusserst raue, schwer zugaengliche Bergregion des Pindosgebirges fuehren. Unser Basislager richteten wir zunaechst am Sued- spaeter am Nordende der – nebenbei bemerkt – tiefsten Schlucht der Welt ein. Die Expedition verlangte uns alles ab. Schwindelerregende Hoehen, immer eine Handbreit dicht am Abgrund, galt es zu ueberwinden. Zudem fuehrten uns die extremen klimatischen Bedingungen an unser koerperliches Limit. Oft starteten wir spaet, gelegentlich etwas frueher und schliesslich auch mal vor Anbruch des Tages, um die scheuen Kreaturen, die teilweise zuvor noch keinen menschlichen Kontakt hatten, im Schlaf zu ueberraschen. Letzteres erwies sich als genialer Plan. Davon zeugen die sensationellen Erstaufnahmen, bisher noch nicht entdeckter Spezies. Am Ende hatte sich der Aufwand also mehr als gelohnt.
Bilder: Unentdeckte Welt: Die dunklen Nebelwaelder am Fusse des maechtigen Pindosgebirges.
Bild: Diese neu entdeckte Wildfliegenart zeigt ein aehnliches Verhaltensmuster, wie es bei Reptilien zu beobachten ist. Sie bevorzugt sonnige Plaetze und verharrt dort oft stundenlang, scheinbar grund- und regungslos. Ob dies zur Regulierung ihrer Koerpertemperatur, der chromatografischen Optimierung ihrer Koerperfarbe oder etwa zur Paarungsvorbereitung dienen soll, blieb unerforscht.
Bild: Der Wolf im Schafs- oder besser gesagt Schmetterlingspelz. Dieser in zahlreichen Riten einheimischer Voelker oft gehuldigten Kreatur, begegnet man besser mit aeusserster Vorsicht. Ihre naechsten Verwandten sind die Flugsaurier! Allerdings hat sich im Laufe der Jahrmillionen neben ihrem aeusseren Erscheinungsbild insbesondere ihre Jagd- und Fressgewohnheit signifikant veraendert. Am liebsten saugt sie ihre Beute aus.
Bilder: Tiefste Schlucht der Welt: Die Vikos-Schlucht. Im Jahr 1997 gelang es einheimischen Rechenkuenstlern, das Guiness-Buch der Rekorde von der Richtigkeit griechischer Arithmetik zu ueberzeugen!
Bilder: Die Spuren alter Handelsrouten in den fruchtbaren Taelern zeugen von der Schaffenskraft laengst vergangener Zivilisationen.
Bild: Truegerisches Bild: Ein ums andere Mal wurden wir bei unserer Arbeit von einzigartigen Luftspiegelungen hinters Licht gefuehrt.
Bild: Eine vikotorianische Wildbiene bei der Arbeit. Resultat: Honig von bisher nicht gekannter Schmackhaftigkeit.
Bilder: Und dann die Sensation. Eine neu entdeckte Saeugetierart: Der Grzczyiyimeck’sche Zungenbeuteltiger. Der erste und einzige Kontakt mit dieser neu entdeckten Spezies war der gefaehrlichste Moment der gesamten Expedition. Das possierliche Tierchen ist der gefaehrlichste aller Bewohner in der Region. Ein aeusserst scheuer aber kompromissloser Jaeger, der zum Glueck nachtaktiv ist. Am Ende verschonte das Jungtierpaar die Crewmitglieder und beliess es bei einer Demonstration seiner Drohgebaerden vor laufenden Kameras.
Bilder: Uralte Pinienwaelder: Zeitzeugen fuer die Keuschheit eines der letzten Wildgebiete Europas.

Bilder: Wie aus einer anderen Zeit muten diese endemischen Riesenwarane an. Mit einer Zungenlaenge von bis zu einem Meter fristen sie – von Traegheit gepeinigt – meist ein langweiliges Dasein in unwegsamem Gelaende. Ihre Jagdstrategie ist so einfach wie raffiniert. Sie erschlagen die Beute mit ihrer Zunge.
Bild: Interessantes Studienobjekt: Die endemische Riesen-Anakonda-Otter. Sie kann bis zu drei Tonnen schwer werden, ist aber Vegetarierin.
Bilder: Gras- und Steintarnkroetenweibchen sind mit blossem Auge in ihrem Terrain nicht auszumachen. Meist verraet sie ihr gequake.
Bild: Bei sich und am Rande der menschlichen Leistungsfaehigkeit angekommen: Mein treuer Weggefaehrte am Ende eines langen Tages voller neuer Entdeckungen.
Montag, 16. April 2007
Delikatessen und andere Superlative
Neulich lief ich mal wieder planlos durch die Gegend. Nach meiner Erfahrung uebrigens die beste Methode, um Neues zu entdecken, so man denn danach nicht auf der Suche ist! Und siehe da, auch diesmal war ich wieder erfolgreich. Als ich um irgendeine der zahlreichen Ecken der Stadt bog, stand ich plötzlich mitten drin im Marktgetuemmel. Eigentlich ist diese Begebenheit keiner besonderen Erwaehnung wert, gibt es doch staendig und ueberall in der Stadt einen Markt. Waere dies nicht der nach meinen Recherchen erste und damit aelteste (einer der bedeutungsvollsten Superlative in Griechenland!) „Drive-In“-Fischmarkt Europas, wenn nicht gar der Welt! Das Beweisfoto ist ueber jeden Zweifel erhaben, wie ich meine! Guten Appetit!Bild: "Iss vom LKW gefallen"
Bild: In Griechenland ist alles alt! Hier: Der aelteste "Drive-In Fischmarkt" Europas!
Bild: Manche Delikatesse entfaltet erst "auf links gedreht" ihre appetitanregende Wirkung!
Mittwoch, 21. März 2007
"Ewig Suchende" und die griechische Schweiz
Ich kann nicht umhin, bevor ich zum eigentlichen Thema komme, einen kleinen philosophischen Einschub anzubringen, um dem Universalgelehrten ein erneutes Mal zu huldigen, nachdem der vorherige Post so unvermittelt und jaeh mit einer bedeutungsschwangeren Bildunterschrift endete! Und der geht so:
"...Wir (hier gemeint: Menschen) koennen uns nicht damit abfinden, ein Leben als komplexer Zellhaufen zu leben. Wir brauchen einen Sinn im Leben und Werte, die wir suchen, aber niemals finden.
Suchen ist deshalb eine der humanen Hauptbeschaeftigungen. Auch ich bin ein ewig Suchender. Das suchen hat bei mir existenzialistische Zuege. Ich suche immer, aber finde nie was. Bei Picasso war es ja umgekehrt. Der hat gesagt: Ich suche nicht, ich finde. Eine gute Einstellung, die allerdings nicht hilft, wenn gerade kein Klopapier da ist. Man laeuft mit Hose an den Knien durch die Bude und weiss genau: Ich hab doch Klopapier gekauft... Da ist auch Picassos Lebensphilosophie am Ende.
Heidegger hat das erkannt. Er hat festgestellt, dass der Mensch immer ein Suchender sein wird, weil der Urgrund seines Daseins von ihm selbst nicht erkannt werden kann. Heidegger hat wahrscheinlich auch nie Klopapier gefunden. Philosophen sind ja oft auch schusselig, finden nix und glauben dann, dass das Universum Schuld ist. Denn das Universum, in dem der Mensch lebt, ist unverstaendlich und gleichgueltig, sonst wuerde das Klopapier ja rufen: Hallo ich bin hier! Was es nie tut, zumindest bei mir nicht.
Wahrscheinlich ist auch Nietzsche damals mit runtergezogener Hose auf den Gedanken gekommen: Gott ist tot – weil er gemerkt hat, da hilft auch kein Beten. Selbst die Wunderglaeubigsten haben noch nicht beobachtet, dass man dasitzt und sagt: Himmel hilf! Und ploetzlich kommt eine Rolle Klopapier vorbeigelaufen und fragt: Sie haben gerufen? Und selbst wenn sie es taete, waere ich gar nicht mehr in der Lage, diese armselige, aber gut meinende Rolle auch zu benutzen. Da stuende mir mein Mitleid im Weg. Mitleid mit dieser bedauernswerten Rolle, die ja auch nur eine geworfene Kreatur ist, dem Dasein schutzlos ausgeliefert...“
Im Laufe der Jahrhunderte inspirierte der Wechsel der Jahreszeiten viele Literaten. So ist es auch mir ein Anliegen dieses alljaehrliche kalendarische Ereignis mit ein paar Gedanken zu wuerdigen. Dies moechte ich mit Hilfe eines Reiseutensils tun, von dem ich urspruenglich annahm, dass es mir waehrend meines Aufenthalts viel Freude bereiten wuerde. Mein Snowboard!
Ich kann das Gelaechter der werten Leserschaft bis hierher hoeren. „Der muss doch bekloppt sein. Zieht in das suedlichste Land Europas und nimmt die Wintersportausruestung mit. Der hat Sie doch nicht alle!“ Iss klar.
OK – Ich muss zugeben, dass die Geraetschaft (bisher) nicht zum Einsatz kam. Aber das lag weniger an der nicht vorhandenen Infrastruktur. Womit ich auch die Wetterbedingungen meine, um dies ausdruecklich zu sagen. Natuerliche Infrastruktur, so moechte ich es mal nennen, gibt es genug. Besonders der Epirus mit seinen unzaehligen Zwei- und Zweieinhalbtausendern bietet theoretisch genug Wintersportmoeglichkeiten. Auch die technische Infrastruktur, sprich Lifte und Pisten waechst stetig. Es ist einzig und allein dem diesjaehrigen aussergewoehlich warmen Winter zuzuschreiben, dass es mir nicht vergoennt war auf die Piste zu gehen. An den wenigen Tagen, an denen es moeglich gewesen waere, hatte ich zudem leider andere Verpflichtungen. Irgendwas ist halt immer...
Ich hab es mir aber nicht nehmen lassen, mich vom ordnungsgemaessen Zustand der Infrastruktur vor Ort selbst zu ueberzeugen. Nun ja, vielleicht klappt es ja ein anderes Mal. Dann wird es mir wenigstens vergoennt sein, auf die Frage "Wohin gehts denn in den Skiurlaub?", genuesslich auf meine griechische Heimat zu verweisen, um dann in entgeistert, irritierte Gesichter blicken zu koennen...
Samstag, 17. März 2007
Von waghalsigen Moenchen...
...oder GEDANKEN ZUR GRIECHISCHEN ARCHITEKTUR
Die Errungenschaften der griechischen Architektur sind unumstritten. Amphitheater, Olympiastadien und die unter Architekturstudenten besonders beliebten Saeulenkapitelle seien hier nur stellvertretend als Zeugnisse dafuer genannt, dass auch in dieser Disziplin das antike Griechenland Massstaebe setzte.
Ohne Zweifel, diese eklatante Luecke musste geschlossen werden. Es musste doch mehr geben als bahnbrechende, wunderschoene antike und grauenvolle moderne Architektur?! Ich machte mich also auf die Suche. Sie fuehrte mich – wie sollte es anders sein – ins vermeintlich „wahre“ Griechenland.