Dienstag, 30. Januar 2007

Das griechische System – Teil 3

UMZUG AUF GRIECHISCH – DIE FORTSETZUNG

Es gibt frohe Kunde zu berichten. Mein juristischer Beraterstab hat die Freigabe fuer die Veroeffentlichung der Fotostrecke erwirkt! Mit Auflagen natuerlich, wie sollte es anders sein. Die geringfuegigen Wohnungsmaengel, die noch anhaengig sind bzw. Gegenstand eines Verfahrens werden koennten, sind von einer Veroeffentlichung ausgenommen. Insgesamt doch ein zufriedenstellendes Zwischenergebnis, um dem Leser einen Eindruck vermitteln zu koennen, wie man so residiert. Bitt schoen!

Bilder: Schlafgemach, Studierzimmer, Salon, Kreativ- und Nassbereich

Besonders erfreulich ist uebrigens die Tatsache, dass ich seit dem Tag meiner Abreise in den Weihnachtsurlaub (!) ueber eine funktionsfaehige Heizung und Warmwasser verfuege. Hat insgesamt nur rund 6 Wochen gedauert! Die Netto-Arbeitszeit, um die genannten Systeme in Gang zu setzen, betrug handgestoppte 27 Minuten. Die restlichen 239 Stunden und 33 Minuten (bei einer unterstellten 40 Stunden-Woche) wurden im wesentlichen damit verbracht, dass geschaetzte 10 Personen (Gasversorger, Vermieter, Klemptner, Heizungsmechaniker, Heizungsinstallateur, Dolmetscher, ...) ohne messbares Ergebnis miteinander telefonierten und dabei unglaublich viele Worte wechselten. Der Einbau eines Thermostats konnte leider nicht realisiert werden, was zur Folge hat, dass ich derzeit ueber ein digitales Heizungssystem verfuege (AN = ca. 45 Grad; AUS = ca. 10 Grad Innenraumtemperatur). Mehr sage ich dazu jetzt nicht! Hier wuerde sich wieder der Hinweis auf die olympischen Spielstaetten anbieten... Etsi inne stin Ellada!

PS: Eine Fortsetzung der beliebten Reihe koennte in Baelde folgen. Dann vielleicht mit ein paar netten Anekdoten ueber den 18-jaehrigen Techno-Fan, der ueber mir wohnt! Irgendwas ist immer!

Dienstag, 16. Januar 2007

"Frohes Neues" oder "Viele Jahre"?

Urlaub muss sein! Dies trifft im besonderen Masse fuer Menschen zu, die geistig wie koerperlich tagtaeglich extrem gefordert sind. D.h. fuer Studenten. So habe auch ich mir eine etwas laengere Pause gegoennt und bin in ein Land gereist, dass es mir nur schwerlich ermoeglichte den "blog" auf Stand zu halten - nach Deutschland. Da aber ohnehin zwischenzeitlich wenig passierte hat niemand was verpasst.

Wie dem auch sei. Allen treuen Lesern sei ein frohes Neues gewuenscht! Oder wie der Grieche sagt: Chronia Polla (= Viele Jahre). Uebrigens eine sehr nuetzliche Redewendung, kann man Sie doch sehr universell einsetzen. Will sagen: Herzlichen Glueckwunsch zum Geburtstag, Frohe Weihnachten, Frohes Neues Jahr, Guten Tag, Auf Wiedersehen, Guten Appetit, Verp... (Mach dich weg) usw. usw... ;-)


Bild: Griechischer Christbaumschmuck

Sonntag, 3. Dezember 2006

Der griechische Wettergott

Wenn man sich fuer einen laengeren Aufenthalt im Sueden Europas entscheidet, ist die Vorfreude auf Eines besonders gross – das Wetter! Sommer, Sonne, Strand und Meer, vielfach besungen, wer mag das nicht? Fuer Viele die eigentliche Motivation. Diese Gedanken schwirrten selbstverstaendlich bei der Reiseplanung auch in meinem Kopf herum. Da ich jedoch eine „ernsthafte Mission“ verfolgen wollte, schien es mir ratsam, die potenziell ablenkenden Einfluesse zu minimieren. Ich entschied mich daher fuer den Zeitraum von Oktober bis Mai (Die punktgenaue zeitliche Uebereinstimmung des Kursangebots hiesiger Spracheinrichtungen ist eher zufaellig!).

Doch nun zu den Fakten. Bis dato, also die Monate Oktober und November, geschaetze 85% Sonnenscheindauer (selbstverstaendlich um Abend- und Nachtstunden bereinigt). Es laesst sich also aushalten. Letzter Badetag im Meer war der 30. Oktober. Es war aber kein Warmbadetag!

Bilder „Viele Dinge sind anders – zum Glueck auch das Wetter!“

Es geht aber auch anders. So war vor allem die Terminierung einer relativ spontanen Rundreise im Grossraum Makedonien etwas ungluecklich! Es war der Tag an dem in weiten Teilen des Landes Katastrophenalarm, wegen sintflutartiger Regenfaelle, ausgerufen wurde. Bad Luck! Besonders unangenehm war jedoch die Tatsache, dass ausgerechnet an diesem Tage, bei dieser Ausfahrt die Scheibenwischermechanik meines etwas betagten treuen Weggefaehrten ihre Funktionsfaehigkeit einstellte. Und zwar puenktlich zur Daemmerung! Wer schon einmal auf abgelegenen griechischen Landstrassen unterwegs war, kann erahnen was dies fuer Konsequenzen mit sich bringen musste. Begriffe wie „Strassenbeleuchtung“, „Fahrbahnbelag“ oder gar „Fahrbahnmarkierung“ sind im „wahren“ Griechenland wenig bekannt. Der zweite Teil des Ausflugs war demzufolge vor allem darauf ausgerichtet, lebend daheim anzukommen. Was am Ende haengen bleiben wird, ist die Entzueckung, die mir widerfuhr, als mir Fahrzeuge mit ausgezeichnet funktionierender Beleuchtungseinrichtung, entgegenkamen. Ein erster Vorgeschmack auf die Weihnachtszeit…

Bild „Open-Air Konzert und Weihnachtsmarkt – der Breitengrad machts moeglich!“

Mittwoch, 15. November 2006

Das "wahre" Griechenland

Will man das wahre Griechenland kennenlernen, so sollte man aufs Land fahren. So oder so aehnlich schreibts der Reisefuehrer. Da kann ich im Prinzip nur zustimmen. Allerdings lassen Fragen nach der Wahrheit haeufig Interpretationsspielraeume zu. Die Frage, die ich mir an dieser Stelle stelle, lautet (klingt irgendwie komisch ist aber grundsaetzlich richtig/wahr!): Rechnet man jetzt einwohner- oder flaechenmaessig? Ich mein ja nur! Einwohnermaessig stellen ja schon alleine die beiden Grossraeume Athen und Thessaloniki die Mehrheit und somit moeglicherweise das wahre Griechenland. Flaechenmaessig dominieren hingegen eindeutig die laendlichen Regionen, wie uebrigens in den meissten Staaten die mir bekannt sind (Ausnahme Vatikan!). Ist nun also doch eher das laendliche Griechenland das wahre? Nun, man weiss es nicht.

Bilder „Der Dorfler haelt sein Refugium deutlich sauberer als der Staedter, obwohl es spezifisch gesehen erheblich groesser ist!“


Wie dem auch sei. Ich bin gerne im laendlichen Griechenland. Besonders gern und oft bin ich in dem Heimatdorf meines Vaters, mit dem klingenden Namen „Rodolivos“. An dieser Stelle moechte ich, nicht ohne Stolz, darauf hinweisen, dass auch ich im hiesigen Rathaus als Einwohner, in einem Buch mir unbekannten gleichwohl aber gigantischen Formats, registriert bin. Das Dorf befindet sich am Fusse des beruehmten Pangeon-Gebirgzuges (knapp 2000 m ü NN) aus dessen Erzminen die Rohstoffe für die ersten griechischen Muenzen einige hundert Jahre vor Christus stammten. Was mir immer sehr gut gefiel ist die Vorstellung, dass dieses Gebiet als Heimat des „Party-Gottes“ Dionysos gilt. Empirische Untersuchungen meinerseits im fruehen Erwachsenenalter, ueber die uebrigens noch heute im Dorf gesprochen wird, haben durchaus Korrelationen zwischen den Praeferenzen des Gebietsgottes und der einheimischen Bevoelkerung ergeben. Dies koennte durchaus als Indiz fuer die Richtigkeit der geographischen Zuordnung gewertet werden.

Bild „Dionysos – der mir von Anfang an sympatische Dorf-Pate“


Bild „Einheimische bei der Empirie!“


Bild „An Sitten und Gebraeuche gewoehnt man sich schneller als man glaubt!“


Bild „Letzter verbliebener Dorfesel, von ein paar Exemplaren der menschlichen Spezies abgesehen.“

Zudem bietet das Umland einige Attraktionen, die es zu besichtigen lohnt. Zu nennen ist insbesondere die Ausgrabungsstaette Philippi (4. Jh. vor Chr.). Der Ort der ersten christlichen Taufe auf europaeischem Boden. Durchaus sehr sehenswert und ueberdies zugleich ein sehr authentisches Zeugnis des alten und neuen Griechenlands. Die Schnellstrasse geht naemlich mitten durch die Ausgrabungsstaette! Aber keine Sorge – der Besucher wird durch Maschendrahtzaeune vor den Gefahren des Strassenverkehrs geschuetzt!


Bilder „Alte Steine – jede Menge“

Weiter Richtung Kueste findet man die sehr schoene, wie ein Amphitheater gelegene Hafenstadt Kavala, am Fusse des Simvolon-Gebirges. Viel Geschichte (6. Jh. vor Chr.), byzantinische Festung, Aquaedukt, verwinkelte Altstadtgassen und schoene Hafenpromenade. Alles was der Kulturreisende sucht. Als weiterfuehrende Literatur sei an dieser Stelle auf die Apostelgeschichte (16, 9-12), erschienen in: „Die Bibel“ (Erscheinungsjahr konnte bis Redaktionsschluss nicht ermittelt werden) verwiesen.

Bilder „Kavala - Die Schoene"

Samstag, 11. November 2006

Halkidiki und die Kunst des Golfspiels

Das schoene an Thessaloniki ist, wie an vielen anderen Staedten uebrigens auch, dass man am Wochenende auch mal rausfahren kann! Hier bietet sich besonders die Halbinsel Halkidiki als Ausflugsziel an.

Bilder „Heilige Berge und weiteres inspirierendes Ambiente.“

Nicht nur weil man hier im Sommer ein traumhaftes und noch immer teilweise wenig erkundetes Erholungsgebiet mit tollen Wandermoeglichkeiten und einsamen Straenden vorfindet. Das Besondere an Halkidiki ist, dass sich ausgerechnet hier, dieser – nach meinen Recherchen – eine von fuenf in Griechenland angelegten Golfplaetze befindet. Nun spiele ich zwar im Grunde genommen gar kein Golf, abgesehen von ein paar Schlaguebungen auf verwaisten Berliner Stadtflaechen. Dennoch erscheint mir dieser Umstand einer besonderen Erwaehnung wuerdig. Schon alleine deswegen, um den beiden in der Danksagung erwaehnten "Bloedmaennern" einen Passus zu widmen, auch wenn ihr Verdienst zweifelhaft erscheint. Es bleibt abzuwarten, ob dies durch eine entsprechende Kommentierung gewuerdigt werden wird!


Bild „Golfspielkunst an der frischen Seeluft – ob die Kasse hier ne Kur genehmigt? Muesste man mal nachfragen, man hoert ja die dollsten Sachen.“


Bild „Komische Voegel gibt’s nicht nur in Berlin!“